Märchen und Geschichten in Therapie und Beratung

Fortbildung in München

Zielgruppe: Die Fortbildung richtet sich an Menschen, die in psychosozialen und pädagogischen Berufen arbeiten.

Warum Märchen und Geschichten in der Therapie? Märchen erzählen davon, wie der Held oder die Heldin eine schwierige Lebenssituation aus eigener Kraft meistert. Dabei erzählt die Geschichte meist von einem jungen Menschen, der sich von den Eltern ablöst und zu seiner eigenen Identität findet. Dies sind auch zentrale Aspekte von Therapien und Beratungen.
In anderen bewährten Erzählungen der Volksüberlieferung werden weitere allgemein menschliche Situationen beleuchtet, mit denen jeder sich identifizieren kann. Mehr...

Für viele Klienten ist es schwer, über ihre aktuellen Probleme oder ihre Lebensgeschichte zu sprechen. Die Arbeit mit Märchen als "drittem Objekt" ermöglicht den Zugang zur Sprache und somit zum Reden über sich selbst, da mit den Märchenbildern projektiv stets eigene Erlebnisse verknüpft werden.

Haben Menschen traumatische Erfahrungen bedeutet dies oft, dass diese als Reize oder Sinneseindrücke gespeichert sind und nicht weiter verarbeitet werden. Somit können sie auch nicht sprachlich symbolisiert und in einer rein verbalen Therapie „zur Sprache gebracht werden“. Patienten erzählen dann zwar teilweise von traumatischen Vorfällen. Die damit verbundenen Gefühle und sensorischen Eindrücke bleiben aber abgespalten und können somit nicht integriert werden.

Märchen bieten nun die Möglichkeit, Traumainhalte – und natürlich auch andere psychische Themen - mit Symbolbildern von außen zu verknüpfen. So können auch Erfahrungen, die sprachlich nicht zugänglich sind, eine symbolische Ausdrucksform finden und dem therapeutischen Dialog zugänglich gemacht werden.

Das Einbeziehen von Märchen und Geschichten hat sich zudem in der Biographiearbeit bewährt, sowie in der Förderung und im Erhalt emotionaler und sprachlicher Fähigkeiten. Text ausblenden

Inhalte der Fortbildung:

Die Fortbildung ist angelegt auf insgesamt 6 Wochenenden. Dabei finden 5 Termine innerhalb eines Jahres statt. Die sechste Einheit folgt etwa ein halbes Jahr später. Hier stellen die Teilnehmer ihre bis dahin durchgeführten Märchentherapieprojekte vor, reflektieren sie gemeinsam mit der Gruppe und erhalten supervisorische Anregungen.

In den 5 Basismodulen wird anhand von Selbsterfahrung vermittelt, wie Märchen therapeutisch eingesetzt werden können.
Außerdem werden Kenntnisse über Beziehungs-und Familiendynamiken sowie über entwicklungspsychologische Zusammenhänge vermittelt.
Weiterhin wird eingeführt in Märchenkunde und in das Verständnis der Bildsprache der Märchen.

Modul 1: Märchenarbeit mit gestalterischen Methoden, Teil 1:
Märchenerinnerung, Ressourcenaktivierung durch Märchensymbole, Märchen als Projektionsrahmen. Theorie: Was ist ein Märchen und warum kann das Märchen psychische Entwicklung unterstützen.

Modul 2: Märchenarbeit mit gestalterischen Methoden, Teil 2:
Familienbeziehungen, insbesondere die Mutter- und Vaterbeziehung über Projektionen auf Märchen erkennen und kreativ weiterentwickeln. Theorie: Entwicklungspsychologische und familiendynamische Grundlagen. Nach welchen Kriterien wählt man ein Märchen aus, um Familienbeziehungen zu thematisieren.

Modul 3: Gesprächsgruppe mit Märchen:
Familienbeziehungen des/der Klienten über ein vorgelesenes Märchen ins Gespräch bringen. Methoden, hier themenzentriert zu moderieren. Durch Figurenstellen Beziehungskonstellationen „sichtbar“ machen. Theorie: Eltern-Kind-Beziehungen im Spiegel des Märchens.

Modul 4: Beziehungsmuster anhand von Märchenszenen im Rollenspiel erlebbar machen. Theorie: Bedeutung von Identifikation, Projektion und Übertragung in der therapeutischen Beziehung.

Modul 5: Mit Gegensätzen aus Märchen Konfliktfelder aufspannen und mit inneren Teilen arbeiten, z.B. Hexe und gute Fee, Pechvogel und Glückskind. Weiterhin entwickeln die Teilnehmer je ein eigenes Märchen. Theorie : Symbole und ihre Bedeutungen.

Modul 6: Supervision der eigenständig durchgeführten Märchenprojekte der Teilnehmer. Abschluss.

Termine: 24./25. September 2016
22./23. Oktober 2016
10./11. Dezember 2016
4./5. Februar 2017
25./26. März 2017
23./24. September 2017
Ort: München, Daiserstr.37 (Alten-und Service-Zentrum)
Dauer: jeweils Samstag von 10.00–18.00 Uhr und Sonntag von 10.00–13.30 Uhr
Gruppengröße: Maximal 15 Teilnehmer
Kosten pro Termin: 210,– Euro (inkl. Material)
Leitung: Dipl.Psych. Gudrun Lehmann-Scherf
Abschluss: Die Fortbildung schließt mit einer Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme ab.

Anmeldung: Bitte schriftlich bis zum 5.9.2016 per E-Mail oder mit dem ausgedruckten Anmeldeformular an Dipl.Psych. Gudrun Lehmann-Scherf, Heimstättenstr.26, 80805 München

 

Für Fragen stehe ich Ihnen gerne telefonisch (089/76 70 22 66) oder per Mail () zur Verfügung!